Alpengarten revisited
Liebe Leser und Naturfreunde,
vor 3 Jahren hatte ich schon hier über den Wiener Alpengarten, eine Oase der Ruhe nahe des Hauptbahnhofs, berichtet, aber dieses Mal war ich Mitte Mai dort, nicht im August, und im Frühling ist er noch bunter und schöner!
Eine kleine Sonderausstellung widmete sich den Tieren, die diesen ca. 2500 m2 großen Garten bevölkern, gern gesehene wie Fuchs, Igel und Eichhörnchen, Erdkröte und Grasfrosch, Heupferdchen und mehrere Libellen-, Bienen-, Hummel- und Schmetterlingsarten.
Daneben gibt es auch weniger gern gesehene Tierarten wie die Marmorierte Baumwanze (=Stinkwanze, ein Neozoon und landwirtschaftlicher Schädling, der sehr giftresistent ist) oder die Spanische Wegschnecke, die sich irgendwann einmal hier eingefunden hat (erstmals 1972 in Österreich fußgefasst) und nun auch Dauergast ist.
Der Stängellose Enzian, auch Kochscher Enzian genannt, ist eine typische Gebirgspflanze. Auf dem Schild noch in der alten Schreibweise, mit "e" statt "ä".
Eine der wunderschönen Blüten.
Nicht nur Alpenpflanzen blühten gerade, sondern auch so "Allerweltspflanzen" wie die Hundsrose, die häufigste wild wachsende Rosenart in Europa.
Die zu den Hahnenfußgewächsen zählende Gemeine Akelei, unten im Bild sind auch Blütenstände des Echten Beinwell zu sehen. Die Akelei gilt in D. als gefährdet, laut Wikipedia ist "das Pflücken, Ausgraben oder Besitzen wildwachsender Akeleien generell untersagt", was seltsam ist, da sie in unserem Garten wild wächst (meist nur 1-3 pro Jahr). Da wir sie "besitzen", sind wir somit kriminell?
Hier sitzt ein Trauer-Rosenkäfer an einer schon verblühten Pflanze. Diese Käfer sind an sich wärmeliebend und erst seit einiger Zeit in unseren Breitengraden anzutreffen, wohl eine Folge der Klimaerwärmung, wie bei der Borstigen Dolchwespe.
Bei dieser Honigbiene in einer Pfingstrosenblüte kann man das "Pollenhöschen" gut erkennen.
Eine andere arbeitet sich durch die vielen Einzelblüten eines Riesen-Lauchs.
Erblühende Indische Kermesbeere. Sie kommt in Ostasien vor und ist eine alte Heilpflanze. Schon 1000 v.Chr. war sie in China als Arznei bekannt! In der TCM wird sie unter anderem zur Behandlung von Tumoren und Ödemen verwendet, die Wurzel kann als Ersatz für die Tollkirsche verwendet werden (und wurde fallweise zum Sake gegeben😲).
Der sehr auffällig blühende, aber giftige Diptam gilt in Mitteleuropa als gefährdet und ist in manchen Regionen schon ausgestorben. Er steht seit 1936 unter Naturschutz.
Der Diptam kann große Mengen ätherischer Öle produzieren, z.B. das hochentzündliche Isopren. An extrem heißen Tagen können sich die Dämpfe auch selbst entzünden, durch die Brennglaswirkung von abgesonderten Tröpfchen. Daher wird er auch "Brennender Busch" genannt. Diese Selbstentzündungen sind aber nur kurz und schaden der Pflanze nicht.
Gemeine Pfingstrose bzw. einer der vielen Hybriden dieser Art.
Blütenstand einer Bunt-Wolfsmilch mit einem Gemeinen Bienenkäfer als Besucher.
Ein Tagpfauenauge an einem Gewöhnlichen Flieder. Dieser hat seine besten Tage schon hinter sich. Er stammt sicher noch aus dem vorigen Jahr und hatte erfolgreich überwintert. Die neue Generation fliegt erst ab Juni.
Manche Wege führen über Holzstege, hier flankiert von bunten Rhododendren.
Rhododendren sind eine Gattung mit über 1000 Arten (auch die Almrose gehört dazu)! Hier eine Indische Azalee.
Mein absolutes Lieblingsplätzchen: Eine Sackgasse, abseits der Hauptwege mit einer Bank - ideal zum Verweilen und Eins mit der Natur werden.
Die Deutsche Schwertlilie kann man auf den ersten Blick leicht mit der Sibirischen Schwertlilie verwechseln. Ob auch der Nektar gleich gut schmeckt?
Dieses Eichhörnchen wurde von einem Besucher mit Walnüssen angelockt.
Und schon ist der kleine Rundgang wieder vorbei, sicher nicht mein letzter 😃.
Alpengarten Wien
Prinz-Eugen-Straße 27
Montag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreis: 4,5€
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