BRC20: Ein tieferer Einblick in die Blase
Das Thema hat mir keine Ruhe gelassen, so dass ich meine Analyse fortgesetzt habe. Hier sind meine neuesten Erkenntnisse:
Heerscharen neuer BRC20-Token
Eine Auswertung von https://ordiscan.com/brc20 ergab, dass in den letzten zwei Tagen, also vom 19. bis 20. Dezember 2023 Hunderte neuer Token ins Leben gerufen wurden:
Der grüne Balken zeigt den Prozentsatz an, zu dem das Minting abgeschlossen ist. In der Tokendefinition wird festgelegt, welche Anzahl des jeweiligen Tokens pro Mint-Vorgang generiert werden kann. Ein jüngstes Beispiel ist der Token PPLM:
Hier ist ein einzelner Mintvorgang von PPLM dargestellt:
Man benötigt also 30 000 einzelne Mintvorgänge, bis PPLM zu 100% gemintet ist. Jeder einzelne Mintvorgang ergibt eine Transaktion im Bitcoin-Netzwerk. Das ist Wahnsinn!!
Nun gibt es natürlich auch Token, die mit einem einzelnen Mintvorgang vollständig kreiert werden können. Denn das ist ja eine willkürliche Festlegung in der Tokendefinition.
Pulsierende Überschwemmung des Mempools
Das Minting von Tokens, die zahlreiche einzelne Mintvorgänge benötigen, geschieht oft Stapelweise, indem diese in dichter Reihenfolge in den Mempool gekippt werden, höchstwahrscheinlich automatisiert durch ein Skript. Dies führt immer wieder zu Spikes im Mempooleingang:
Falls dann noch eine längere Wartezeit auf den nächsten Block besteht, schießen die Gebühren durch die Decke. Das scheint die Verursacher aber nicht zu stören. Hauptsache, das Minting der Tokens wird durchgeführt.
Auf https://ordiscan.com/inscriptions schaut das dann so aus:
Wir rechnen mal:
Jeden Tag Hunderte neu definierte Token, die möglicherweise Tausende von Mintvorgängen nach sich ziehen, ergießen sich sintflutartig über die Blockchain. Ferner konnte ich beobachten, dass plötzlich auch Token auf Teufel kommt raus gemintet wurden, die bereits vor vielen Monaten definiert wurden.
Wer braucht das?
Ich bin davon überzeugt, dass sich hier eine Manie ausbreitet, der jeglicher Sinn und jegliche Logik abhanden gekommen ist. Eine derartige Entwicklung muss und wird irgendwann zum Stillstand kommen. Ich prognostiziere daher, dass in absehbarer Zeit wieder akzeptable Gebühren zu sehen sein werden.
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