Strahlen aus dem Hinterhalt
Nun auch vom Spiegel über russische Strahlenangriffe auf US-Botschaftsangestellte und ihre Familien.
Weiterhin erstaunlich, dass das sonst als Verschwörungstheorie gebrandmarkte Thema aktuell so breitgetreten wird.
Zunächst standen Experten sowie Mediziner vor einem Rätsel. Inzwischen sind Dutzende US-Botschaftsmitarbeiter und ihre Familien von ähnlichen Symptomen betroffen, weitere Fälle traten in Russland, China, Wien und sogar in Washington auf. Bei einigen der Opfer soll es sich um Geheimdienstmitarbeiter gehandelt haben, die sich mit russischen Spionageaktivitäten befassten. Ziemlich schnell gingen die US-Experten davon aus, dass die Symptome keinen natürlichen Ursprung hatten. In der US-Botschaft in Havanna und auch anderswo muss es einen klandestinen Angriff gegeben haben, in Verdacht steht den Amerikanern zufolge der russische Geheimdienst.
Da die Botschaftsmitarbeiter in Havanna von lauten Geräuschen berichteten, ging man zunächst von einem Angriff mit Schall aus. Solche Systeme existieren schon länger. Mit hörbarem Schall arbeitet beispielsweise die Long Range Acoustic Device (LRAD), eine Art Schallkanone, die bei der US-Polizei und den Streitkräften – beispielsweise auf Schiffen – im Einsatz ist. Dabei handelt es sich um einen großen Lautsprecher, der sehr gezielt auch über weite Strecken eingesetzt werden kann und den Schalldruck stark bündelt, sodass er selbst über große Distanzen trägt und in einem engen Zielbereich weit entfernte Personen treffen kann. Der Schalldruckpegel liegt bei dem Gerät maximal bei etwa 150 Dezibel – deutlich über der Schmerzgrenze, die bei etwa 120 bis 140 Dezibel liegt. Ausgesendet werden können sowohl Lautsprecherdurchsagen als auch schmerzhafte Töne. Das Gerät wurde als nicht tödliche Waffe entwickelt, um etwa Demonstrationen aufzulösen oder zur Abwehr von somalischen Piraten auf Schiffen. Auch Griechenland sichert seine Grenzen seit einiger Zeit mit einem Fahrzeug, das mit einer Schallkanone ausgestattet ist.
Aber dabei kommt es zu einer Lautstärke, die von allen deutlich hörbar ist. Das war bei den Attacken in Havanna offenbar nicht der Fall. Theoretisch könnte es auch Systeme geben, die Angriffe im nicht hörbaren Bereich ermöglichen. Schall unterteilt sich in verschiedene Frequenzbereiche: Der für den Menschen hörbare liegt zwischen 16 Hertz und 20 Kilohertz – je nach Alter; der Bereich darunter wird Infraschall genannt, der über 20 Kilohertz Ultraschall. Doch über solche Systeme ist wenig bekannt – außer, dass Militärs daran forschen ließen. Dass sie existieren, lässt sich zwar nicht ausschließen, wurde von Experten aber als sehr unwahrscheinlich eingestuft.
Wahrscheinlicher erscheint dagegen ein Angriff mit einem System, das seine Grundlagen in einem anderen Bereich der Physik hat, dem elektromagnetisches Spektrum. Es geht um Mikrowellen, sie arbeiten im Bereich von einem bis 300 Gigahertz. »Theoretisch sind Waffenanwendungen mit dieser Technik möglich«, sagt Axel Bangert, Professor für Mikrowellenelektronik an der Universität Kassel, dem SPIEGEL. Militärtechniker interessieren sich schon seit Jahrzehnten dafür, um Angriffs- und Aufklärungssysteme zu verbessern.
Haushaltsmikrowellen erwärmen Lebensmittel bei einer Frequenz von 2,5 Gigahertz. Doch mit zunehmender Frequenz wird die Strahlung energiereicher. »Sie wird härter und kann oberhalb des Mikrowellenbereichs ionisierend wirken«, sagt er. Trifft sie auf den Menschen, dringen die Strahlen bis zu einer von der Frequenz abhängigen Tiefe in den Körper ein, die Moleküle werden in Schwingung versetzt und in Wärmenergie umgesetzt.
Eine technische Hürde ist dabei inzwischen genommen. Auch kleine Antennen können so gebaut werden, dass sie Energie gebündelt auf ein überschaubar großes Ziel abstrahlen können – Experten sprechen von phasengesteuerten Gruppenantennen. Für Bangert ist vorstellbar, dass sie auch in einem Koffer Platz finden. »Solche Geräte können aussehen wie ein Tapeziertisch, den man ausklappt«, sagt er.
Waffen, die mit hochfrequenter Strahlung arbeiten, wurden bereits entwickelt. Das Pentagon stecke Millionen in das Active Denial System (ADS), das mit Mikrowellen bei einer Frequenz von 95 Gigahertz arbeitet. Noch in rund 500 Metern Entfernung heizt sich die Hautschicht auf mehr als 50 Grad Celsius auf, wenn man die an eine Satellitenschüssel erinnernde Antenne auf eine Person richtet – eine schmerzhafte Erfahrung für das Opfer. An dem System, das es bereits für Bodentruppen und Fahrzeuge gibt, wird immer noch geforscht. Zuletzt wurde bekannt, dass die US-Special Forces auch Hubschrauber und Flugzeuge damit ausrüsten wollen.
Vor einigen Jahren stellte ein US-Unternehmen einen Prototyp vor, der Mikrowellenpulse aussendete. Das Gerät mit dem Namen Medusa (Mob Excess Deterrent Using Silent Audio) soll klein genug sein, um es mit einem Auto zu transportieren. Die Schäden, die es anrichten könnte, kommen den beschriebenen Symptomen recht nahe. Allerdings ist die Medusa angeblich nie über die Prototypenphase hinaus gekommen. Es soll in den USA ethische Bedenken gegeben haben. Der Bericht über die Arbeit an der Medusa wurde inzwischen von der Internetseite der US-Navy entfernt.
Doch Experten schließen nicht aus, das heimlich weiter daran gearbeitet wurde. Wenig überraschend haben die Amerikaner die Russen im Verdacht. Zumindest zitiert der »Guardian« in einem Bericht den US-Militärspezialisten James Giordano von der Georgetown University in Washington DC. Er war an den Nachforschungen zu den Vorfällen in Havanna beteiligt und hat für die US Special Forces Command ergründet, welche Länder über eine solche Technologie verfügen könnten. Neben Russland nennt er auch China. Inzwischen würden die verwendeten Mikrowellenfrequenzen aber keine spürbare Erhitzung im Körper verursachen. Sollte es einem Land gelungen sein, die Technik aus dem Labor heraus zu verkleinern, hätte es die perfekte Waffe für die psychologische Kriegsführung. Ein Gerät, das unerkannt Menschen krank macht. Manche der US-Opfer sollen sogar arbeitsunfähig geworden sein.
Dass Mikrowellen hinter den merkwürdigen Symptomen stehen könnten, legt auch ein Bericht nahe, der im vergangenen Jahr von der National Academy of Sciences im Auftrag der US-Regierung vorgelegt wurde. »Viele der Anzeichen, Symptome und Beobachtungen, die von Mitarbeitern der Botschaft aufgezählt wurden, sind mit den Auswirkungen gerichteter, gepulster Hochfrequenz (HF)-Energie vereinbar«, heißt es in dem 64-seitigen Report, von dem ein Teil geheim gehalten wird. »Was wir sagen können, ist, dass diesen Menschen klinisch etwas Reales und Bedeutendes passiert ist«, so Hauptautor David Relman, Medizinprofessor an der Stanford University. Auch eine Studie in der Fachzeitschrift »Jama« kam zu einem ähnlichen Ergebnis.
Experten vermuten, dass bei einer möglichen Mikrowellenwaffe ein Effekt zum Tragen kommt, der per Zufall im Zweiten Weltkrieg entdeckt wurde – der sogenannte Microwave auditory effect, manchmal auch Mikrowellenhöreffekt oder Frey-Effekt genannt. Das Phänomen wurde später erstmals von dem Neurowissenschaftler Allan Frey beschrieben. Es besteht darin, dass Mikrowellen das Gehirn dazu bringen können, scheinbare Geräusche wahrzunehmen, die niemand sonst hört. Ähnliches hatten bereits Soldaten im Zweiten Weltkrieg berichtet, als sie neben starken Radargeräten standen und Laute hörten. Auch ein Mitarbeiter von Frey, der in den Sechzigerjahren an der Cornell University arbeitete, beschrieb, wie er Radarsignale hörte, die er an einer großen Anlage messen sollte.
Das wird ja lustig :D
Also wirklich ein 1A Verschwörungstheorienartikel, muss man schon sagen.
Hat aber natürlich wirklich gar nichts mit dem Wetter, Fluten, Geoengineering oder sogar Corona zu tun!
Weitergehen. :)
Lediglich gegen Ende wird wieder entschärft, wobei jedoch von einem hart materialistischen Weltbild ausgegangen, und der Aether komplett aussen vor gelassen, wird.
Ganz so lächerlich scheint das alles dann aber doch nicht zu sein. So ist halt das neue Normal.
Immerhin will sich die US-Regierung künftig gegen Angriffe wappnen. Der Abschlussbericht von David Relman schlägt vor, künftig Gesundheitsattachés in Botschaften zu schicken, die mögliche Angriffe beobachten und analysieren. »Sie wären gut positioniert, um Bedrohungen schnell zu erkennen und darauf zu reagieren. Zudem könnten sie Ratschläge erteilen und relevante Daten sammeln, die für fundierte Reaktionen erforderlich sind«, heißt es. Außerdem will man auch technisch auf die Attacken reagieren. Das Verteidigungsministerium hat ein tragbares Funkwellenwaffen-Warngerät ausgeschrieben und holte im März Angebote ein. Die Anforderung: Ein tragbarer Detektor für die Erkennung von Hochfrequenzwaffen, der klein, leicht, energieeffizient und günstig ist. Und vor allem eine klare Aussage liefert.
Leave Strahlen aus dem Hinterhalt to:
Read more #deutsch posts
Best Posts From natürliches Denkvirus
We have not curated any of woelfchen's posts yet. But you can encourage our curation team to review posts by visiting them regularly and by referring other readers. Because we give priority to frequently read content.
More Posts From natürliches Denkvirus
- Momentane Fremdscham des Erwachens
- many Hive Nodes down
- Prince Andrew has been arrested
- The Age of Slop - AI, hardware, games, nodes
- Hive dying and soon stalling?
- There are still people that can think and have empathy
- Lieber Nichtwähler als Stimmvieh!
- Throwback Gaming - Skyrim, Arma3, Rust
- Download and backup your whole Hive profile!
- Broken HBD peg?